ZEITQUALITÄT
M”rz und April '99
DIE THEMEN

Die Themen dieses Frühjahrs sind vor allem durch den
Rückläufigkeitszyklus von Mars sowie das dritte und
letztmalige Exaktwerden des Saturn-Neptun-Quadrates geprägt. Dabei ist zu
beachten, daß Saturn am 1. März endgültig ins Stierzeichen
wechselt und Mars bei seinem Rückläufigkeitszyklus in der dritten
Aprilwoche das Saturn-Neptun-Quadrat nochmals aktiviert (siehe dazu auch den
Beitrag von Erin Sullivan in dieser Ausgabe). Mars dürfte somit zum
wichtigsten Planeten des Jahres werden, zumal er auch eine Brücke zum im
Sommer einsetzenden Saturn-Uranus-Quadrat schlägt.
EXISTENZ- UND VERLUSTÄNGSTE

Mars steht bekanntlich für das Aktivwerden und Kämpfen zum Erreichen
unserer Ziele, für Selbstbehauptung sowie die Durchsetzung unserer
Interessen. Dazu müssen wir wissen, wer wir sind und was wir wirklich
wollen (Sonne). In Zusammenhang mit Saturn in Stier dürften sich
die Marsthemen daher vor allem über Revier- und Verteilungskämpfe
ausdrücken, die auch unser Selbstwertgefühl betreffen.
Die mit dem Saturn-Neptun-Quadrat einhergehende Unsicherheit über das, was
wirklich trägt, was Substanz und Wert hat (Stier-Saturn), kann in den
kommenden Wochen zu einer Quelle von Wut, Aggression und auch Frustration werden
(Mars-Saturn-Opposition am 20. April). Dabei gilt es, in Einklang mit dem
rückläufigen Mars, sich nicht so sehr im Außen den Kopf
anzurennen, sondern vielmehr den inneren Krieger zu aktivieren, um unser
eigenes, psychisches Revier zu verteidigen. Jeder Kampf um äußere
Besitzstände spiegelt in dieser Zeit unsere innere
Revierunsicherheit wider.
Jeder wird für sich entscheiden müssen, wie wichtig
»Haben« für ihn ist und inwieweit weniger manchmal auch mehr
sein kann. Kluger Verzicht wird sich in den kommenden Wochen auszahlen und
innere Antriebskräfte freisetzen, die zur Sicherung dessen, was wir
wirklich brauchen, genutzt werden können. Haben oder Sein dürfte daher
für viele zu einer zentralen Existenzfrage werden. Wer zuviel alten Ballast
mit sich schleppt, der wird jetzt kräftig abspecken müssen. Eine
Rückbesinnung auf spirituelle Werte (Neptun Quadrat Stier-Saturn) wird sich
in jedem Fall mehr lohnen als ein durch Existenzängste geprägtes
Kämpfen um materielle Werte. Wohl dem, der über ein gesundes
Selbstwertgefühl verfügt und sich nicht über seinen Kontostand
definiert.
SPIRITUELLE EINKEHR

Wer ob solcher elementarer Lebensfragen ins Grübeln gerät, für
den dürfte der Rückläufigkeitszyklus von Merkur vom 10. März
bis 2. April genau zum richtigen Zeitpunkt kommen. Ein dreifaches
Merkur-Neptun-Sextil (am 7. und 13. März sowie am 21. April) und Merkurs
nochmalige Rückkehr ins Fischezeichen (18. März bis 18.
April) dürfte einer spirituellen Einkehr und Rückbesinnung sicherlich
förderlich sein.
Empfehlenswert ist auch, in der ersten Märzhälfte vorschnelle
Entscheidungen zu vermeiden (Merkur in Widder), da damit zu rechnen ist,
daß diese nochmals überdacht und revidiert werden müssen (Merkur
rückläufig).
LUST UND LIEBE

Mit der Venus-Mars-Opposition am 28. März auf der Stier/Skorpion-Achse
steht in Liebesangelegenheiten eine Bewußtwerdung über die
Polarität zwischen Frau und Mann im Bereich der Sinnlichkeit und
Sexualität an. Nietzsches' »alle Lust will
Ewigkeit« dürfte damit zu einem zentralen Thema zwischen Liebespaaren
werden, diesmal eingebettet in eine Zerreißprobe zwischen Nähe und
Distanz sowie dem Wunsch nach Freiheit und aufregenden Abenteuern (Uranus im
Quadrat zur Venus-Mars-Opposition). Wer jetzt ausbrechen und zur Seite springen
will, tut gut daran, sich klarzumachen, wo er landen wird.
Auch das Saturn-Neptun-Quadrat wird in Liebesangelegenheiten eine wichtige Rolle
spielen. (Venus Konjunktion Saturn und Quadrat Neptun am 20./21. März sowie
Mars Opposition Saturn und Quadrat Neptun am 20. bzw. 24. April). Wunsch und
Wirklichkeit können somit auch »unter der Bettdecke« weit
auseinander klaffen und Anlaß für enttäuschte Hoffnungen
werden.
Jetzt wird sich zeigen, wer reif genug ist, trotz etwaiger
Frustrationsgefühle und schmerzhafter Verzichtserfahrungen seinen Traum von
der Liebe konsequent weiter zu verfolgen. Mit der Venus-Pluto-Opposition am 21.
April sind es insbesondere unsere »weiblichen« Anteile, die
gegebenenfalls den Mut zur Wahrheit und die Kraft zur Wandlung aufzubringen
haben.
NEU- UND VOLLMOND IM MÄRZ

Zu Vollmond am 2. März sind tiefgehende Reinigungs-
und Läuterungsrituale angesagt. Wer jetzt eine weiße Weste haben
möchte, der muß tief in den Keller eigener und kollektiver
Verdrängungen hinabsteigen, denn Pluto bildet ein Quadrat zur
Vollmondachse. Meister Propper hilft jetzt nicht weiter. Wohl dem, der sagen
kann: »Mein Herz so weiß, meine Seele so rein.«
Zu Neumond am 17. März haben Träume Hochkonjunktur. Der
rückläufige Merkur in Konjunktion zur Neumondstellung dürfte sich
vor allem über Bilder und Visionen hörbar und verständlich
machen. Wer jetzt seinen inneren Dialogen lauscht und auf die Kraft seiner
Imagination vertraut, der dürfte manch Neues über sich erfahren.
NEU- UND VOLLMOND IM APRIL

Zu Vollmond am 1. April darf sich jeder, der es will, wie ein König
fühlen. Jupiter in Konjunktion mit der Sonne dürfte so manchen
Egophantasien zu unerwarteten Höhenflügen verhelfen. Wohl dem, der
jetzt vor lauter Selbstüberschätzung noch halbwegs halten kann, was er
sich von sich selbst verspricht.
Zu Neumond am 16. April herrscht Aufbruchstimmung. Wer immer noch nicht
begriffen hat, daß Jupiter in Widder jede Form von Neuanfang und
Pioniergeist beflügelt, der kann zu diesem Neumond in Widder selbst den
Startschuß geben und sich mit Kraft und Schwung aufs Neue in die Arena des
Lebens wagen. Sollte der Schuß nach hinten losgehen, trifft alle Schuld
den rückläufigen Mars. Oder etwa nicht?
Markus Jehle