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Heft 11/6

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Meridian 11/6

 

Inhaltsübersicht


SCHWERPUNKT Gewaltaspekte im Horoskop
Peter Schlapp: Der Mond als Gewaltauslöser
Wir verstecken unsere instinktiven Mond-Reaktionen oft nur hinter einer zivilisierten Fassade, die jedoch in jedem Augenblick in Gewalt umschlagen können.
- Eine niedrige Frustrationsgrenze verführt Menschen mit Widder-Mond dazu, schon bei geringsten Anlässen mit Zorn, Trotz, Zerstörungswut, tätlichen Angriffen zu reagieren.
- Ein typisches Gewaltmotiv des Stier-Mondes lässt sich mit »gestörter Ruhe« umschreiben.
- Beim Zwillinge-Mond hinterlassen die sprachlichen Äußerungen von Gewalt in der Regel keine physisch Toten, sondern rational und geistig Verwirrte.
- Beim Krebs-Mond richtet sich die Gewalt auf die Gefühle und die Seelenlage anderer.
- Solange Menschen mit Löwe-Mond angebetet werden, braucht es natürlich keine Gewalt.
- Die Gewaltstrategien des Jungfrau-Mondes sind keine offenen Gefechte, sondern sublime Unterwanderung mittels scheinbar wohlmeinender Kritik.
- Die Gewaltbereitschaft des Waage-Mondes zeigt sich in der zur Selbstzerstörung neigenden Schwierigkeit, endgültige Entscheidungen zu treffen.
- Beim Skorpion-Mond fließt seelisches Blut.
- Bei Menschen mit dem Mond im Zeichen Schütze liegt die Gewaltbereitschaft in ihren dogmatischen Meinungen.
- Ein Gewaltaspekt des Steinbock-Mondes liegt darin, dem Körper alle Lust und Freude zu versagen.
- Wohl kein anderer Mond in einem Zeichen hat mit seinem Bedürfnis nach Freiheit und Unabhängigkeit so viel Leid und gewaltsamen Tod heraufbeschworen wie die Wassermann-Monde.
- Das »stille Leiden« des Fische-Mondes übt auf andere eine nicht zu unterschätzende Gewalt aus.

SCHWERPUNKT Gewaltaspekte im Horoskop
Reinhard Müller: Gewaltdisposition oder positive Kraft?
Aspekte zwischen Mars, Saturn, Chiron und Pluto

»Mars stattet uns mit einer natürlichen Aggression aus, die wir achten und nutzen sollten, und doch kann der gleiche Trieb falsch funktionieren oder außer Kontrolle geraten.« (Howard Sasportas).
Saturn drückt Gewalt eher in Form struktureller, berechenbarer Gewalt aus, etwa durch Maßregelung, Bestrafung und Verbote. Die Gewalt von Pluto resultiert oftmals aus schon früh erfahrenen Macht-/Ohnmachts-Themen.
Die Gewalt des Chiron ist im Grunde eine große innere Hilflosigkeit.
Im unerlösten Zustand eines Mars-Pluto-Aspekts sind wir gehemmt. Durchsetzungsfähigkeit, Mut, Initiative, Risikobereitschaft und Aggression sind unterdrückt. Wir fühlen uns als wehrloses und ohnmächtiges Opfer der Macht anderer.
Saturn/Pluto-Verbindungen wird im negativen Sinne Hartherzigkeit, Strenge, Gewaltsamkeit, Märtyrertum und fanatisches Vertreten einmal gefasster Grundsätze zugeschrieben.
Mars-/Chiron-Aspekte verweisen auf negativ und destruktiv erlebte Mars-Energien.

SCHWERPUNKT Gewaltaspekte im Horoskop
Markus Jehle: Mein Wille geschehe
Mars-Pluto-Themen im Horoskop

Vorstellungsgebundenes Handeln ist das zentrale Thema von Mars-Pluto-Themen im Horoskop. Das eigene Wollen und Tun speist sich aus inneren Zwängen, die es um jeden Preis im Außen durchzusetzen gilt. Die daraus resultierende Willenskraft kann so stark und mächtig werden, dass der äußeren Realität keine andere Wahl bleibt als sich der inneren Vorstellungswelt zu unterwerfen. Daher lautet das Motto bei Mars-Pluto-Themen schlichtweg: »Mein Wille geschehe«. Und der passende Nachsatz dazu: »Koste es, was es wolle.« Dies kann im Extremfall bedeuten, dass das Erreichen eines Ziels nur zum Preis von Gewalt und Zerstörung zu haben ist.

KONGRESSE
Antje Klähn: Faculty of Astrological Studies
Sommerschule Oxford

Seit 25 Jahren findet jedes Jahr im August die Sommerschule der Faculty of Astrological Studies (FAS) in Oxford, England, statt. Gegründet in 1948 ist die FAS eine der ältesten Astrologieschulen der Welt. Ihre Abschlüsse (Zertifikat und Diplom) sind weltweit als Qualitätssiegel astrologischer Ausbildung anerkannt und waren für bekannte Astrologen wie Liz Greene, Charles Harvey, Melanie Reinhart und Howard Sasportas der Ausgangspunkt ihrer Karriere. Im Laufe der Jahre haben über 10.000 Studenten aus mehr als 90 Ländern die Kurse der FAS absolviert. In diesem Jahr fanden sich vom 21.8. bis 28.8. insgesamt 109 Teilnehmer aus 29 Ländern am Exeter College in Oxford zusammen, darunter auch vier Teilnehmer aus Deutschland. Viele sind praktizierende Astrologen, die nicht nur zur eigenen Weiterbildung, sondern vor allem auch für den regen Gedankenaustausch mit Kolleginnen und Kollegen aus aller Welt nach Oxford kommen.
In diesem Jahr bot das Astrology in Action-Vortragsprogramm eine große Vielfalt an Themen mit drei parallel laufenden Schwerpunkten an: Aktuelle Weltlage, Die Kunst der Astrologie sowie Astrologie des Schatten. Referenten wie Robert Hand, Rick Tarnas, Darby Costello, Melanie Reinhart, Maggie Hyde, Geoffrey Cornelius, Bernadette Brady und andere haben die Themen während der Woche entwickelt und einige davon am Wochenende in Workshops weiter vertieft.
ZEITQUALITÄT
Markus Jehle: November und Dezember 2011
In den kommenden Wochen wird zunehmend deutlich, auf wie vielen unterschiedlichen Realitätsebenen sich das Leben abspielen kann. Was Illusion ist und was Wirklichkeit lässt sich immer schwerer auseinander halten (Neptun ist am 09. Nov. stationär direktläufig). Hören Sie auf Ihre Träume, vor allem dann, wenn Sie mit Ihrer derzeitigen Lebenswirklichkeit unzufrieden sind. Die Welt steckt voller Möglichkeiten, die auch Ihnen offen stehen, selbst wenn Sie dies zunächst nur ansatzweise ahnen. Wundern Sie sich jedoch nicht, wenn Ihnen in den nächsten Monaten mysteriöse Dinge widerfahren, für die Sie keine rationale oder logische Erklärung finden.

AKTUELLES ASTRO-PORTRÄT
Markus Jehle: Der Apple-Gründer Steve Jobs
Steve Jobs wurde am 24. Februar 1955 um 19:15 PST in San Francisco geboren und von Paul und Clara Jobs adoptiert. Unter seinem Jungfrau-Aszendenten mit AC-Herrscher Merkur in Wassermann im 5. Haus verbinden sich bei ihm Spieltrieb, Innovationstalent und pragmatisches Verwertungsdenken in besonderer Weise. Merkur ist zugleich MC-Herrscher und zudem rückläufig – ein Indikator für sein besonderes Talent, auch nach Rückschlägen immer wieder mit guten Ideen zum Erfolg zurückzufinden. Diese Erfolge lagen mit einer Jupiter-Uranus-Konjunktion an der Spitze des 11. Hauses vor allem darin, im Bereich neuer Technologien und Medien die entscheidenden Trends zu setzen.

STARS UND IHRE STERNE
Mirjam Schneider: Lady Gaga
Die US-Sängerin und Songschreiberin Lady Gaga (bürgerlich: Stefani Joanne Angelina Germanotta) ist ein Phänomen, wie es die Musikwelt nicht allzu oft erlebt hat. Es gelang ihr, den deutschen Chart-Rekord der No Angels zu brechen; ihre Single Born this way erreichte allein durch Downloads Platz 1. Noch nie klickten User die YouTube-Videos einer Künstlerin über eine Milliarde Mal an. Außerdem hat keine andere lebende Person mehr Facebook-Fans als Lady Gaga - mehr als 40 Millionen. Was macht den gigantischen Erfolg der 25-jährigen mit dem »ungewöhnlichen« Modegeschmack aus? Lilith, Symbol der ungezähmten weiblichen Kraft, steht dominant am DC und ist sicher eine der wichtigsten Qualitäten, die Lady Gaga als Person und Musikerin verkörpert. Ob im »Fleischkleid« oder als Latin Lover verkleidet - ihrer Eindringlichkeit und Faszination kann man sich nur schwer entziehen (Jupiter in Fische Trigon Pluto in Skorpion).

ASTROLOGIE UND LENORMAND-KARTEN
Sabine Bends: Karte 21 – Der Berg
Die Karte »Der Berg« ist dem Steinbock zugeordnet und symbolisiert ein Hindernis, eine Blockade oder eine Herausforderung. Es gibt etwas zu überwinden, das sich besonders hartnäckig hält. Wenn diese Karte öfter auftaucht, kann sich das betreffende Thema schon wie im Stillstand befindlich anfühlen. Wir haben dann den Eindruck, gegen eine Mauer anzurennen - es gibt scheinbar kein Vorankommen.
ASTRO-COMIX
Babette Splieth: Gewalt im Horoskop
Hier können sie lachen und sich entspannen, denn unsere Comix-Zeichnerin hat sich wieder auf amüsante Weise einem aktuellen Thema gewidmet.

ERFAHRBARE ASTROLOGIE
Ulla Janascheck: Der Zauber der Waage
Eine gute Beziehung zu anderen setzt voraus, dass die Beziehung zu mir selbst gesund ist. Denn, wie die Weisen sagen, ist das Außen ja immer ein Spiegel des Inneren. Das heißt, ich erzeuge aufgrund meines Energiefelds Schwingungen, die mit bestimmten Ereignissen entweder in Resonanz gehen oder eben nicht. Mein ganz persönlicher Energiemix, der sich aus meinen inneren Ansichten, Erinnerungen, Bildern, Gefühlen und Gedanken zusammensetzt, sucht im Außen nach Bestätigung. Das bedeutet, ich ziehe genau die Ereignisse an, die ich für mein persönliches Wachstum brauche. Der Spiegel ist perfekt – das, woran ich glaube, womit ich identifiziert bin, begegnet mir. Anderes, Fremdes, tritt gar nicht erst in Erscheinung für mich, bzw. rückt nicht in den Brennpunkt meiner Wahrnehmung. Weil ich nicht wahrnehmen kann, was mich nicht berührt oder beschäftigt. Das Resonanzfeld stimmt dann nicht überein. Aus dieser Sicht heraus ergibt sich, dem, was mir begegnet – dem Waagespiegel – Achtung und Respekt entgegen zu bringen, genauso wie mir selbst.

DER REISENDE STAR
Ernst Ott: Jupiter in Stier
»Mit meinem Beitrag möchte Sie, liebe Leserin und lieber Leser, in eine Zeitqualität dieses Jahres einstimmen. Es geht mit dieser Konstellation um jupiterhafte Ideale und Visionen für den Bereich der stierhaften Werte und Genüsse. Der Bezug zur Natur spielt dabei eine wichtige Rolle. Ich bleibe hier ganz auf der Ebene der Bilder und beschreibe den Eintritt Jupiters in den Garten der Genüsse als Anfang einer Geschichte mit offenem Ausgang. Wir alle werden bis Juni 2012 diese Geschichte gemeinsam zu Ende schreiben.«
GRUNDWISSEN
Illa Knappik: Aszendent Jungfrau
War beim Löwe-AC die »Selbstbezogenheit« vorrangig, so finden wir beim Jungfrau-AC eine ausgeprägte »Sachbezogenheit«. Die Jungfrau verabscheut Aufgeplustertheit, Maßlosigkeit und Übertreibung. Das ist alles lächerliche Kraftvergeudung. Wofür? Was bleibt am Ende? Viel klüger ist es, mit den Kräften hauszuhalten und gut zu überlegen, wofür man seine Energien einsetzt. Dem Jungfrau-Aszendenten ist es lieber, sich zunächst im Hintergrund zu halten. Er hat eine ausgeprägte Beobachtungsgabe, einen feinen Sinn für das Detail. Er differenziert genau. Für ihn ist die Welt nicht schwarz oder weiß, nein, sie ist abgestuft in Tausende von Nuancen. Und bevor er einen Schritt nach vorne tut, möchte er erst gründlich überlegen, welchen Sinn das macht, welche Konsequenzen es hat, ob sich der Einsatz wirklich lohnt. Er ist zurückhaltend und vorsichtig. Und realistisch.

PLANETENZYKLEN
Robby Altwein: Der Saturn-Uranus-Pluto-Zyklus
Das gegenwärtige T-Quadrat, welches Saturn, Uranus und Pluto bilden und das bis zum Ausklingen des Quadrates von Uranus und Pluto um 2015 andauert, gehört als planetare Konstellation einem dreifachen Planetenzyklus an, der in den Jahren 1850-52 eröffnet wurde. Die Konjunktionen der drei Himmelskörper Saturn, Uranus und Pluto ereignen sich aufgrund der stark elliptischen Bahn Plutos in unregelmäßigen Abständen und in unterschiedlicher Konsistenz. Der enge Orbis der Konjunktion von 1850-52 stellt eher eine Seltenheit dar, fand doch die Planetenballung auf verhältnismäßig engstem Raum und in kürzester Zeit statt. Dagegen treten die Konjunktionen, die sich innerhalb eines größeren Orbis vollziehen, häufiger auf. Die dreifache Konjunktion von 1710-14 gehört einem solchen Typus an und sie brachte eine Entwicklung in Gang, die nachhaltig die Lebensbedingungen der Menschen umgestaltete. In den Spannungsaspekten des dreifachen Zyklus treten die dunklen Seiten des Kollektivs zutage. Die Eigenwilligkeit (Uranus) und die Gier (Pluto) werden aufgedeckt. Das Saturn-Uranus-Pluto T-Quadrat von 1875 führte zur ersten nachhaltigen Verankerung eines sozialen Bewusstseins innerhalb der kapitalistischen Gesellschaftsordnung.
Steinbockphasen innerhalb planetarer Zyklen bedeuten eine Finalisierung von kollektiven Entwicklungen, die in Widderphasen einsetzten. Mit Pluto in Steinbock erfährt der Kapitalismus nun eine Art von Finale. Dass Neptun in den nächsten Jahren durch das Zeichen Fische wandert und zugleich Uranus sich im Zeichen Widder aufhält, deutet zusammen mit dem T-Quadrat auf eine Chance für eine spirituelle Revolution hin. Die Zunft der Astrologie könnte ihre einstige Stellung als Königsdisziplin schon bald wieder einnehmen.

ASTROLOGISCHE IRRTÜMER
Daniela Weise: Irrtum - Venus ist im Horoskop für Geld zuständig
Natürlich ist Venus im Horoskop Hinweisgeberin für Finanzen. Aber sie ist es nicht allein. Da ist zum Beispiel noch Merkur. Geld ist immer Mittel zum Zweck, nicht Selbstzweck. Seine Vorläufer waren Tauschmittel.. Wer wissen möchte, wie es um sein Verhältnis zum Geld steht, sollte es ohnehin nicht bei der Betrachtung des zweiten – und achten – Hauses bewenden lassen. Auch Pluto hat, der Mythologie zufolge, ganz direkt mit Geld zu tun – nämlich durch die Gleichsetzung des griechischen Unterweltgottes mit Pluton, dem Gott des Reichtums. Gemeint sind hier die Bodenschätze, also etwas außerordentlich Wertvolles.

EINSTEIGERFORUM
Markus Jehle: Uranus-Transite
Uranus-Transite testen unsere Flexibilität und Bereitschaft, Neues zu wagen und zu unbekannten Ufern aufzubrechen. Wir kommen wir nicht umhin, das Leben mit anderen Augen zu sehen. Uranus-Transite gehen oft mit paradoxem Verhalten einher, weil sie uns die andere Seite der Medaille zeigen. Wir können sie nutzen, unsere ungelebten Potenziale zu befreien, was starke Veränderungen in unserer bisherigen Lebensführung auslösen kann. Wenn wir uns innerlich gegenüber den Veränderungen verschließen, die Uranus-Transite erfordern, macht sich eine gewisse Gereiztheit breit. Wir sind zunehmend genervt und gehen mit unserer Reizbarkeit auch anderen auf die Nerven. Dies dauert meist so lange, bis der berühmte Tropfen fällt, der das Fass zum Überlaufen bringt. Insbesondere in den Tagen um die stationären Uranusphasen liegen bei vielen die Nerven blank.

ASTROPORTRÄT
Jörg Petersen: Heinrich von Kleist
Kleist ist den musisch-venusischen Interessen gefolgt, die ihm in die Wiege gelegt waren (Sonne/Merkur in Waage; Venus und Neptun in Haus zwei; Mond und MC in Stier). Die Aktualität der Novelle »Michael Kohlhaas« unterstreicht ein Blick auf das gesellschaftliche Geschehen unserer Zeit: Bereits mit seinen ersten Schritten im Steinbock-Zeichen hat Pluto damit begonnen, steinböckische Autoritäten zu entzaubern, zu demontieren und ihnen die Masken vom Gesicht zu reißen. Unter Pluto-in-Steinbock-Perioden wird das jeweils bestehende Macht- und Herrschaftssystem von der Bevölkerung als korrupt erlebt. Gerechtigkeit ist ein zentrales Thema in Kleists Oeuvre. Wir stoßen in »Michael Kohlhaas« immer wieder auf korrupte Netzwerke (Pluto) der europäischen Adels-Sippe (Pluto/Steinbock), die von Kleist äußerst scharf kritisiert werden. Bedenkt man die Stellung des Uranus im Geburtsbild von Kleist (Mars/Uranus-Opposition; Venus/Uranus-Quadrat), so verwundert es nicht, dass er mit Michael Kohlhaas eine Figur erschaffen hat, die zum literarischen Archetyp des Rebellen geworden ist.

DEUTUNGSPRAXIS
Werner Held: Kindheits- und Mutterprägungen
im Horoskop, Teil II

Die MC-Zeichenenergie entspricht unseren Prägungen durch unsere finalen Familiengesetze: nach ihren Regeln wurden die wichtigsten, letzten Dinge in der Familie entschieden. Quadrate zum IC sind die wirklichen Herausforderungen für unsere Reifung. Diese Planeten können für stärkste Entwurzelungen (Uranus), Bedrohungen/Überfremdungen (Pluto), Verletzungen (Chiron) oder vernebelte Opferungen unserer seelischen Wurzeln (Neptun) stehen. Mond- oder Sonne-Aspekte mit Jupiter und Saturn (plus zusätzlich Pluto) verweisen öfters auf Großeltern. Häufig gibt der Herrscher des IC beim Sohn stärkere Indizien auf den Vater als die Mondstellung. Lilith in 4 steht für Angriffe durch Mutter oder andere Familienangehörige, oft unerwünschtes Kind, ausgestoßen von Familie, völlige Ungeborgenheit. Mond-Uranus-Aspekte stehen u.a. für die fluchtbereite, distanzsuchende, traumatisierte Seele mit Empfindungsallergie.

PRAXISWISSEN
Christine Lindemann: Aszendentenzeichen und Familiengeschichte
Der Aszendent bezeichnet den Ort, an dem wir in die Welt eingebettet sind. Dieser Ort liegt an der Grenze zum Unbekannten, über das wir definitiv nichts aussagen können und dem Hier und Jetzt. Die Kennzeichnung dieses Ortes geschieht ebenso durch das Zeichen unseres Aszendenten und wir erfahren dadurch etwas über die Bedingungen, die wir als Menschen vorfinden, wenn wir ins Leben treten. Nehmen wir einmal an, dass genau diejenigen Qualitäten, die wir mit unserem AC-Zeichen verkörpern und natürlich auch ins Leben bringen wollen, in unserem Familiensystem fehlen oder nur in seltsam verzerrter Form existieren. Dies würde nachvollziehbar machen, dass wir mit unserer innersten Eigenart zunächst gar nicht verstanden werden oder sogar zurechtgestutzt und untergebuttert. Eines unserer Lebensziele, eine unserer persönlichen Verheißungen könnte es daher sein, diese ursprünglichste Wesensart und die damit verbundenen Talente, Sehnsüchte und Bedürfnisse für uns selbst zu entdecken, zu befreien und damit den Qualitäten unserer Herkunftsfamilie hinzuzufügen.

ASTROPORTRÄT
Andreas Bleeck: Max Weber
Max Weber ist einer der meist gelesenen soziologischen Autoren weltweit. Für Astrologen sind die Beschreibungen der Sozialwissenschaften interessant, weil sie die Methodik vorgeben, in der heute die Welt gesehen wird. Max Webers Begrifflichkeit hat einen Bezug zum astrologischen Denken, sein »Idealtypus« ist ähnlich den Archetypen und die vier Kategorien von Führungsstilen ähneln den fixen Tierkreiszeichen. Mit Jupiter in Skorpion im 12. Haus, wenige Grade vor dem Schütze-Aszendenten und hinter dem Mondknoten (Merkur steht am südlichen Mondknoten), sieht Weber Erfolg und Effizienz als Folge eines Lebensideals und prägt damit den Begriff des individuellen »Lifestyles«. Zudem stehen die Idealtypen der Soziologie in einer Verbindung zu neptunischen Qualitäten. Nach Max Weber müsste Astrologen vor allem die Frage gestellt werden: »Wem dient die Beratung und welchen Machtverhältnissen unterliegt sie«?
BERATUNGSPRAXIS
Holger A.L. Faß: Wenn Klienten Mauern bauen
Ich frage meine Klienten häufig, was denn auf keinen Fall in ihrem Leben geändert werden darf. Was also Bestandsschutz genießt. Das nimmt den Druck, sich radikal ändern zu müssen. Wenn Klienten Mauern bauen hat das einen Sinn. Es gibt viele Formen des Mauerbaus, also zwar bei der Beratung anwesend zu sein, diese aber nicht mitzumachen. Der Klient äußert beispielsweise permanent Zweifel an der Kompetenz des Astrologen. Oder er schweigt beharrlich und verweigert jede Antwort auf Nachfragen. Oder er weicht aus, kommt vom Hölzchen aufs Stöckchen und verwirrt mit Nebensächlichkeiten. Oder er stimmt den astrologischen Ausführungen zu, gibt aber immer gute Gründe an, warum die Tipps des Astrologen nicht werden fruchten können. Oder der Klient schiebt alle Verantwortung auf den Astrologen oder noch besser: direkt auf den Kosmos. Die Sterne sind dann an allem Schuld. In therapeutischen und beraterischen Kontexten bezeichnet man solches Verhalten auch als Widerstand. Der Klient baut einen Widerstand gegen einen möglichen Beratungserfolg auf. Niemand hat das Recht, andere mit ihren Schwächen und Ängsten bloßzustellen – auch kein Astrologe!
LESERBRIEF / REZENSIONEN
Zum Amoklauf von Norwegen hat unser Leser Helmut Aden zusätzliche Horoskopdaten vorgeschlagen.
Wir stellen Ihnen in jeder Ausgabe lesenswerte Bücher und Neuerscheinungen vor:
- Claudius Galenus, Hippocrates u.a., Der Krankheitsverlauf im Horoskop
- Christine Lindemann / Heid Endina Ebsen, Verborgene Talente entdecken
- Reinhardt Stiehle, Das Rätsel der Rauhnächte
ASTROSZENE-AKTUELL
Astrologische Berufsverbände
Zusätzlich zu den Aktivitäten des Deutschen Astrologen Verbandes informieren wir Sie auch über das Geschehen in den deutschsprachigen Astrologieverbänden in Österreich und der Schweiz.

ADRESSEN, INFOBÖRSE
Das 3. Haus
Hier erfahren Sie, wo und bei wem Sie Astrologie lernen sowie Seminare und Veranstaltungen besuchen oder sich beraten lassen können. Vielleicht haben Sie selbst auch etwas anzubieten? Dann dürfte sich eine Kleinanzeige in unserem »3. Haus« auch für Sie lohnen! Sie können Ihre Kleinanzeigen auch ganz bequem online buchen.
IMPRESSUM, VORSCHAU
Heft 1/2012: Sonnenzeichen oder Aszendent? Wer sind wir wirklich?
Redaktionsschluss für Heft 1/12 ist der 15. November 2011
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Last Updated: 12.11.2011
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