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Ammachi
Ammachi ist eine indische Heilige, bekannt als Amma, Mutter des unsterblichen Segens, auch die »Heilige der Umarmung« genannt. 24 Millionen Menschen soll sie bereits in ihre Arme geschlossen haben. »Umarmen hilft, die wahre Natur im
Menschen zu wecken und zu entwickeln.« Sie ist das vierte von neun Kindern einer armen Familie aus einem kleinen Fischerdorf in Kerala, Indien. Bereits im Alter von fünf Jahren fing sie an, selbst komponierte Lieder mit spirituellen Inhalten zu
singen. Später weigerte sie sich, zu heiraten, und verschrieb sich einem Leben in mystischer Versenkung und sozialen Diensten. Inzwischen ist sie eine der beliebtesten Heiligen Indiens und hat weltweit Millionen Anhänger gewonnen. 1993 wurde sie
zu einer der drei »Präsidenten« des Hinduismus gewählt. In den letzten Jahren hat sie mehrfach beim Parlament der Weltreligionen und bei den Vereinten Nationen sowie beim World Peace Summit eine Ansprache gehalten. Sie sprach
über die sozialen Probleme der heutigen Zeit und schlug mögliche Lösungswege dafür vor. In diesem Zusammenhang wurde ihr, nach Nelson Mandela, Kofi Annan und Jane Godall, der Gandhi-King-Award für Gewaltlosigkeit verliehen. Sie
hat nie versucht, jemanden von seiner eigenen Religion abzubringen. Sie hält nichts von sektiererischem Denken. Alles, worauf es ihr ankommt, ist, dass die Armen und Bedürftigen neben einem neuen Zuhause, einer Rente, einer Operation oder etwas
zu Essen auch ein mitfühlendes Lächeln und ein freundliches Wort von den Helfern ihres karitativen Werkes bekommen.
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Osho (Bhagwan Shree Rajneesh)
»Rajneesh« Chandra Mohan Jain war ein indischer Philosophieprofessor und Begründer der Neo-Sannyas-Bewegung. Er nannte sich zuerst Acharya Rajneesh (Mitte der Sechzigerjahre bis Anfang der Siebzigerjahre), danach Bhagwan Shree Rajneesh
(bis Ende 1988) und von 1989 bis zu seinem Tod Osho. Während seines Philosophie-Studiums hatte er in Jabalpur am 21. März 1953 beim Meditieren im Bhanvartal-Park in einer Vollmondnacht eine außergewöhnliche Erfahrung, in der er sich
von Glückseligkeit überwältigt fühlte - eine Erfahrung, die er später als seine spirituelle Erleuchtung beschrieb.
Osho war zu seinen Lebzeiten eine hoch umstrittene Persönlichkeit; er polarisierte die öffentliche Meinung wie kaum eine andere Gestalt im Bereich der neuen Religionen. Für seine Kritiker war er ein gefährlicher Scharlatan, der
Menschen mit religiösem Gaukelspiel zum Verzicht auf Altersversorgung und Vermögen bewog. Als Belege führten sie die Vorgänge in den Kommunen an, wo seine Anhänger unentgeltlich und sehr hart arbeiteten, und seine 93 Rolls-Royce.
Seine provozierenden Thesen, seine unverblümte Kritik an Politikern, Nationalismus und Religionsführern sowie seine Ansichten über Sex, Ehe und Familie führten weltweit zu Entrüstung und Opposition. Seine am Tantrismus
orientierten Therapiemethoden brachten ihm einen Ruf als »Sex-Guru« ein. Andere sahen in der lange Zeit für Sannyasins üblichen roten Kleidung und der Mala Beweise für psychische Gleichschaltung und die Abhängigkeit von
einem autoritären Führer.
Osho hat aber auch stets seine Bewunderer gehabt. Für den renommierten Jazz-Experten Joachim-Ernst Berendt war er ein unvergleichliches Phänomen, der »heiligste Schurke, den ich je gekannt habe«; der deutsche Philosoph Peter
Sloterdijk hat ihn gar einen »Wittgenstein der Religionen«, »eine der größten Figuren des Jahrhunderts« genannt. Theologische Fakultäten veranstalteten Seminare über seine Lehren; Theologieprofessoren fuhren
nach Poona und äußerten sich anerkennend über die spirituelle Lebendigkeit seiner Schüler. Während Osho in seinem Heimatland zeit seines Lebens von der konservativen Hindu-Mehrheit abgelehnt und kritisiert worden war, sehen ihn
viele Inder heute als eine bedeutende Persönlichkeit.
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Sathya Sai Baba
Sathya Sai Baba (Sathya Narayana Raju Ratnakaram) ist ein populärer, jedoch umstrittener indischer Guru. Er hat Anhänger unter anderem in den USA, Australien, Deutschland, Österreich, der Schweiz und Indien. Ihre Zahl wird auf zehn bis
fünfzig Millionen geschätzt. Er bezeichnet sich als eine Reinkarnation des 1918 verstorbenen indischen Heiligen Shirdi Sai Baba.
Sai Baba gibt vor, Vibhuti (heilige Asche) und kleine Objekte wie Ringe und Früchte »materialisieren« zu können. Auf vielen Videoaufnahmen ist jedoch zu sehen, dass er diese Gegenstände nicht materialisiert, sondern nur
aus Verstecken hervorzieht und demnach bereits in seiner Hand hält, bevor er diese schwingt und mit der angeblichen Materialisation beginnt. Sai Baba selbst betont, dass die sogenannten Wunder nichts anderes als seine
»Visitenkarten« seien, welche lediglich dazu dienten, die Menschen zu inspirieren und sie zu ermutigen, ihren eigenen spirituellen Weg zu gehen. Seine Anhänger berichten von spektakulären Wundern, die sie auf Sai Baba
zurückführen, von Krankenheilungen, Bilokation oder Hellsehen. Augenzeugen berichten, er könne sich in eine Frau umwandeln, da er die Verkörperung von Shiva (dem männlichen Prinzip) und Shakti (dem weiblichen Prinzip) sei. Die
Wissenschaftlerin Alexandra Nagel schrieb, dass diese Aussagen der Augenzeugen authentisch seien. Bereits seit den Siebzigerjahren des 20. Jahrhunderts kursieren Anschuldigungen, dass Sai Baba namentlich junge Männer sexuell missbraucht habe. Einer
der bekanntesten kritischen Berichte eines Betroffenen ist der von Conny Larsson aus Schweden, Verfasser des Buches Hinter der Maske des Clowns.
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