UNENDLICHE GERECHTIGKEIT?
Der Terror und seine Folgen aus astrologischer Sicht
von Markus Jehle

Wahrscheinlich wird niemand so schnell vergessen, was er am 11. September 2001 getan und erlebt hat. Und es ist für viele sicherlich nicht einfach, die Erschütterung und das Entsetzen zu verarbeiten, das die Terrorschläge von New York und Washington ausgelöst haben. Im folgenden Beitrag werden die astrologischen Hintergründe beleuchtet, die sich aus den Horoskopen ergeben, die mit den Terroranschlägen in Zusammenhang stehen.
DER ZEITPUNKT DER ANSCHLÄGE

Auf den ersten Blick deutet im Horoskop des Zeitpunktes, an dem das erste Flugzeug in den Nordturm des World Trade Centers raste (siehe Abbildung 1), nichts auf einen terroristischen Anschlag hin. Ein anscheinend ganz normaler Tag, an dem Menschen ihren Geschäften nachgehen, Verhandlungen führen und Verabredungen treffen (z.B. Merkur am Waage-Aszendenten, Zwillinge-Mond, Löwe-Venus ). Und auf den zweiten Blick?

Klar ist, dass die im Horoskop vorhandene Saturn-Pluto-Opposition auf der Zwillinge/Schütze-Achse die Themen der zweiten Jahreshälfte 2001 sowie der ersten Jahreshälfte 2002 bestimmen wird. Beide Planeten stehen mit Ängsten in Verbindung: Saturn mit der Angst, zu versagen, an Grenzen zu stoßen, den Ansprüchen nicht zu genügen; Pluto mit der Angst, im Kern vernichtet und zerstört zu werden, Altes loslassen und schmerzhafte Verluste erleiden zu müssen.
Mit Saturn in Zwillinge verbindet sich die Angst, dumm dazustehen, nicht Bescheid zu wissen und nicht verstanden zu werden. Pluto in Schütze weckt Ängste vor religiösem Fanatismus, zerstörerischer Rechthaberei und moralisierender Besserwisserei.
Zu dieser Saturn-Pluto-Opposition, die bereits am 5. August erstmals exakt war, schrieb ich in Meridian 4/01: »Die kosmischen Konstellationen verlangen nach einer grundlegenden Sanierung all jener Bereiche, die mit Glaubens- und Wissensfragen zu tun haben. Die Kommunikationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts steht vor ihrer ersten großen Krise. Die Kernfrage dabei lautet, welches Wissen wir wirklich brauchen und welche Überzeugungen die richtigen sind, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern und alte Glaubenssysteme zu überwinden.«
Zu Mars, der gerade von Schütze nach Steinbock weitergewandert war, schrieb ich unter der Überschrift »Änderung der Kampfzone«: »Gut ein halbes Jahr wanderte Mars durch Schütze. Sinnfragen und rechthaberische Auseinandersetzungen bestimmten die Kampfzonen. Überzeugungstäter waren gefragt. Gefechte wurden mit Eifer ausgetragen. Vermeintliche moralische Überlegenheit beherrschte die Kriegsschauplätze. Damit ist nun Schluss.
Mit dem Wechsel von Mars in Steinbock am 8. September kühlt der kämpferische Fanatismus ab. Eine Konzentration und Bündelung der Kräfte steht an. Beharrungsvermögen und Ausdauer sind gefragt. Wer sich auf das beschränkt, worauf es wirklich ankommt, der kann sich durchsetzen und behaupten. Und wer sich verzettelt, bei dem beherrscht der Frust die Lust.«
Wie ist diese Deutung im Zusammenhang mit den Ereignissen zu verstehen? Mars wechselte am 15. Februar 2001 von Skorpion nach Schütze, wurde am 12. Mai Ende Schütze auf 29 Grad rückläufig und am 20. Juli auf 15 Grad Schütze in Konjunktion zu Pluto wieder direktläufig, ehe er das Zeichen am 8. September endgültig verließ. Offensichtlich ein astrologischer Hinweis auf die lange Vorbereitungszeit, die diese Attentate erforderten. In den Terroranschlägen von New York und Washington scheint sich die fanatische Wut einer dreifachen Mars-Pluto-Konjunktion in Schütze entladen zu haben, ausgeführt mit einer Präzision, wie sie für Mars in Steinbock typisch ist. Und der Gegenschlag? Bereits wenige Tage
nach dem Anschlag bemühte sich der amerikanische Präsident George W. Bush in mehreren Ansprachen, den US-Kongress und die Bevölkerung auf einen langen Kampf bzw. Krieg (Mars in Steinbock) einzuschwören.
Merkur am Waage-Aszendenten zum Zeitpunkt des ersten Anschlags scheint darauf hinzudeuten, dass es sich um eine wie auch immer geartete »Botschaft« handelt - allerdings um eine übertriebene oder rechthaberische »Botschaft«, wie das Jupiterquadrat zu Merkur nahe legt. Der Mond steht Ende Zwillinge, in Opposition zu der Stelle, an der Mars am 12. Mai rückläufig geworden war. Der Mond ist oftmals ein Symbol für das Volk, in diesem Fall vielleicht für die Geschäftsleute (Zwillinge), die von der alten Wut, die der rückläufige Mars aktivierte, getroffen wurden.
DIE ROLLE DER USA

Was die aktuellen Konstellationen für einzelne Personen oder Staaten konkret bedeuten, wird in Bezug auf die jeweiligen Geburts- bzw. Staatshoroskope erkennbar. Das Staatshoroskop der USA beruht auf dem Zeitpunkt der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung am 4. 7. 1776. Obwohl die exakte Uhrzeit umstritten ist, und manche US-Astrologen eine Version mit Skorpionaszendenten bevorzugen, deutet vieles auf die Richtigkeit der im Internationalen Horoskope-Lexikon veröffentlichten Version mit einem Schütze-Aszendenten hin (siehe Abb. 2).

Ein Land mit einem Schütze-Aszendenten zweifelt wohl kaum daran, dass es der Welt sagen soll, wo es langzugehen hat. Mit dem Aszendentenherrscher Jupiter im 7. Haus in Konjunktion zu Venus spielen harmonische Beziehungen zu anderen Ländern dabei eine wichtige Rolle. Im ungünstigen Fall kann dies dazu führen, seinen »Partnern« die eigenen Vorstellungen vom Glück aufzudrängen. Doch mit dem gegenwärtigen Pluto-Transit über diesen Schütze-Aszendenten fallen die Masken. Bislang verborgen Gebliebenes kommt nun ans Licht. Vorhandene Wert- und Zielvorstellungen bedürfen einer Transformation, sonst geht ihre Überzeugungskraft verloren.
Transit-Saturn am Deszendenten weist darauf hin, dass den »Partnern« eine grenzsetzende und stabilisierende Funktion zukommt. Derzeit stehen die Beziehungen der USA auf dem Prüfstand. Noch nie hat ein Land so viel Unterstützung und Solidarität von anderen Ländern erfahren wie die USA unmittelbar nach den Terroranschlägen. Doch Saturn ist seit dem 27. September rückläufig. Er wird noch zweimal den Deszendenten der USA überqueren. Frühestens im Mai 2002 wird daher klar sein, auf welche »Partner« die USA sich wirklich verlassen können. Und vieles wird davon abhängen, wie sie mit den erforderlichen Wandlungsprozessen des Pluto-Transits über den Aszendenten umgehen werden.
Das ursprünglich für den Feldzug gegen den Terror gewählte Motto »Unendliche Gerechtigkeit« schien in dieser Hinsicht zunächst wenig Gutes zu bedeuten.
Nicht einfach zu verstehen ist die Bedeutung des Jupiter-Transits über die Krebs-Sonne des USA-Horoskops. Die Aussage, die Terroranschläge seien ein »Glücksfall«, würden berechtigterweise nicht nur die Angehörigen der Opfer als Verhöhnung ihres Leids empfinden. Dennoch scheinen die Anschläge das Selbstwertgefühl der USA zu stärken und eine starke emotionale Verbundenheit im Volk zu wecken. In Meridian 4/01 schrieb ich über Jupiter in Krebs:
»Nach zwölf Jahren haben Gefühle und Themen wie Familie und Heimat wieder Hochkonjunktur (Jupiter in Krebs ab dem 13. Juli; letztmalig stand Jupiter von August 1989 bis August 1990 in diesem Zeichen). Damals lautete das passende Motto, das Menschen Zuversicht und Optimismus einflößte: »Wir sind das Volk.«
DIE ROLLE VON GEORGE W. BUSH

Auch George W. Bush hat Transit-Jupiter auf seiner Radix-Sonne (siehe Abb. 3). Bei ihm kann mit Sicherheit von einem «Glücksfall» gesprochen werden, erfährt er doch endlich die Anerkennung und Beachtung, die er sich mit einem Löwe-Aszendenten seit langem gewünscht hat. Dennoch ist die Gefahr einer Selbstüberschätzung nicht zu übersehen, zumal Jupiter im Radix ein Quadrat zur Sonne bildet.

Doch mit Transit-Neptun am Deszendenten wird Bush auch mit Schwäche und Unsicherheit konfrontiert. Er hat es mit einem schwer greifbaren Gegner zu tun, »der glaubt, unsichtbar zu sein.« Mit diesen Worten hat er selbst eine perfekte Deutung seines Transit-Neptun am DC geliefert. Es besteht allerdings die Gefahr, dass Bush tatsächlich keine Ahnung hat, wer eigentlich seine Gegner sind und es ist nicht auszuschließen, dass er von vermeintlichen »Partnern« in die Irre geführt wird. Vor diesem Hintergrund muss es bedenklich stimmen, welchen Einfluss die »Öl-Männer« aus Texas auf den US-Präsidenten haben.
Zu Merkurs Rückläufigkeitszyklus schrieb ich in Meridian 5/01: »Im September und Oktober sind diplomatisches Geschick und Verhandlungstalent gefragt. In Gesprächen gilt es, die Meinungen und Standpunkte anderer aufzunehmen, sich darauf zu beziehen und nach tragfähigen Kompromissen zu suchen (Merkur in Waage ab 1. September). Die Zeit ist günstig, um »Friedensgespräche« zu führen bzw. abgebrochene Dialoge und Verhandlungen wieder aufzunehmen.
Die kommenden Wochen werden zeigen, was konsensfähig ist und was nicht.« Merkur läuft dabei fast die ganze Zeit durch das 3. Haus im Horoskop von Bush - ein deutlicher Hinweis darauf, sich selbst mit an den Verhandlungstisch zu setzen. Immerhin herrscht derzeit eine weltweite diplomatische Aktivität wie wohl kaum jemals zuvor.
DER HAUPTVERDÄCHTIGE

Aus Sicht der US-Regierung gilt Osama Bin Laden als Drahtzieher der Terror-Anschläge in New York und Washington am 11. September. Zu seinem Geburtsdatum liegen keine amtlich bestätigten Angaben vor. Auf der Webseite von Lois Rodden (www.astrodatabank.com) werden folgende Daten genannt: 10.3.1957 (Quelle soll Interpol sein), 7. April 1957, 27. Juni 1957, 28. Juli 1957 und 30. Juli 1957. In einem Beitrag unter der angegebenen Internetadresse verweist Michael Rideout darauf, dass Osama Bin Laden selbst in mehreren Interviews sein Geburtdatum mit «1377 hegira» angegeben hat. Dies würde bedeuten, das von den vorliegenden Daten nur der 28. oder 30. Juli 1957 in Frage käme (siehe Abb. 4).

Auffallend an Osama Bin Ladens Horoskop ist die starke Löwe-Besetzung, die auf eine charismatische Persönlichkeit mit starkem Führungsanspruch hinweist. Transit-Neptun in Opposition zur Sonne-Uranus-Konjunktion im Radix deutet an, dass Bin Laden als rebellische und freiheitsliebende Persönlichkeit seit einiger Zeit starke neptunische Projektionen auf sich zu ziehen vermag. Unter diesem Transit kann er sowohl ein schwer zu fassendes Phantom als auch eine spirituelle
Führerpersönlichkeit verkörpern, auf die andere ihre Retter- und Erlöserphantasien richten. Die Merkur-Mars-Pluto-Konjunktion verweist darauf, dass der Kampf vor allem mit fanatischen Worten und Gedanken geführt wird.
Der Löwe-Mars steht in Verbindung mit dem Wunsch, »Heldentaten« zu vollbringen. Er ist auch im Horoskop eines der mutmaßlichen Täter zu finden (siehe unten).
Ein Horoskopvergleich zwischen George W. Bush und der abgebildeten Version von Osama Bin Ladens Horoskop scheint die Plausibilität dieses Datums zu bestätigen (siehe Abb. 5).

Die Sonne-Uranus-Konjunktion in Löwe fällt exakt auf den Aszendenten von Bushs Horoskop. Da Uranus Herrscher des Deszendenten in Bushs Horoskop ist, könnte Osama Bin Laden für Bush den idealen Gegner verkörpern und sich als Projektionsfigur für all das Rebellische und Unangepasste anbieten, was Bush selbst nicht wahrhaben und sehen möchte. Diese sicherlich provozierende Deutung gilt nur vorbehaltlich der Richtigkeit von Bin Ladens Geburtsdatum. Sie ist mit großer Vorsicht zu genießen und soll in keinster Weise Bin Laden von einer möglichen Schuld freisprechen. Es bleibt abzuwarten, welche Beweise die USA für eine Verwicklung von Bin Laden in die Anschläge vorlegen können .
Bush und Bin Laden haben zudem beide eine Merkur-Pluto-Konjunktion im Radix. Beide möchten mit ihren Worten die Massen faszinieren, laufen dabei jedoch Gefahr, sich um Kopf und Kragen zu reden.
DER MUTMASSLICHE HAUPTTÄTER

Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen gilt Mohammed el-Amir Awad al Sajid Atta als einer der mutmaßlichen Haupttäter. Er soll die Boeing der American Airlines mit der Flugnummer 011 in den Nordturm des World Trade Centers gesteuert haben. Auffallend ist in seinem Horoskop die starke Betonung des Jungfrau-Zeichens, was dafür spricht, dass er die Tat minutiös geplant und gewissenhaft durchgeführt haben könnte. Transit-Pluto im Quadrat zur Radix-Sonne deutet zudem auf den tiefgreifenden Wandel, dem seine Persönlichkeit in den zurückliegenden Jahren offensichtlich unterworfen war.

Ferner scheint Transit-Uranus auf dem Löwe-Mars in den letzten zwei Jahren in ihm den Wunsch geweckt zu haben, eine »Heldentat« zu vollbringen, eine Art Befreiungsschlag. Zum Zeitpunkt der Attentate steht die aktuelle
Saturn-Pluto-Opposition im Quadrat zu seinem Radix-Jupiter, was ein religiöses Motiv vermuten lässt.
DIE ROLLE DER BUNDESREPUBLIK

Welche Rolle spielt die Bundesrepublik im Zusammenhang mit den Ereignissen?

Die starke Betonung des 9. Hauses im Verfassungshoroskop (siehe Abb. 7) der Bundesrepublik zeigt an, dass der Außenpolitik eine besondere Bedeutung zukommt und dass die Auslandsbeziehungen eine wichtige Rolle in der Geschichte dieses Landes spielen. Aszendentenherrscher Venus in Zwillinge im 9. Haus in weiter Konjunktion mit Merkur in Zwillinge ist ein doppelter Hinweis darauf, dass Deutschland eine wichtige Vermittlerrolle in außenpolitischen Konflikten einnehmen kann. Es wundert nicht, dass diese Konstellation durch die aktuelle Saturn-Pluto-Opposition aktiviert wird. Transit-Saturn in Konjunktion zu Radix-Merkur und -Venus im 9. Haus zeigt an, dass Deutschland nun stärker als bisher in die außenpolitische Verantwortung genommen wird.

Im Horoskop der deutschen Wiedervereinigung (Abb. 8) wird Zwillinge-Mars im 11. Haus von der aktuellen Saturn-Pluto-Opposition berührt. In nicht all zu ferner Zukunft steht das Quadrat zum Fische-Mond im 9. Haus an. Dies kann als Hinweis gesehen werden, dass auch das Militär (Mars) eine Rolle spielen könnte, und zu einem späteren Zeitpunkt auch das Volk (Mond) von den Ereignissen in irgendeiner Form berührt wird. Zwillinge-Mars entspricht dabei am ehesten der Kampf mit Worten bzw. das Aktivwerden in einer Rolle als Nachrichtenvermittler oder einer Tätigkeit im logistischen Bereich.
DIE ROLLE PAKISTANS

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt scheint Pakistan eine wichtige Rolle bei den operativen Überlegungen zum Vorgehen gegen das Taliban-Regime in Afghanistan zu spielen. Pakistan wurde wie Indien unter einer exakten Saturn-Pluto-Konjunktion in Löwe gegründet (Pakistan, 15.8.1947, 0.00 Uhr IST, Karachi, 67E02, 24N51, Quelle: IHL). Transit-Uranus steht gegenwärtig in Opposition zur Löwe-Sonne des Landes, und es bleibt abzuwarten, welche Umschwünge in der Identität
Pakistans damit verbunden sein könnten.
WEITERE INTERESSANTE HOROSKOPE

Im folgenden finden Sie noch einige interessante Horoskope im Zusammenhang mit den erwähnten Ereignissen.



Anmerkungen:
- Die erwähnten Zitate stammen aus den Zeitqualitäts-Artikeln in Meridian 4/01 und 5/01
- Alle in diesem Beitrag gemachten Ausführungen beziehen sich auf den Wissens- und Informationsstand des 3. Oktober 2001.