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Planeten-Rätsel
Von und mit Dr. Gotthelf Besserweiß
Aus dem Tagebuch eines Beraters
Es gibt Menschen, die haben einfach kein Glück in der Liebe, und zwar aus schwerwiegenden Gründen und mit Recht. Weil sie selbst in der Kindheit nicht genug geliebt worden sind, kann ihnen auch später im Leben niemand genügen. Und wer einfach nur nett zu ihnen ist, den können sie nicht ernst nehmen, schließlich sind sie nie um ihrer selbst willen geliebt worden.
Sie machen meist die Erfahrung, sich Liebe und Zuwendung verdienen zu müssen, und geben sich oft große Mühe, besonders liebenswert zu erscheinen, um die Wunde des Ungeliebtseins zu überspielen. Kein Wunder also, wenn sie von ihren Beziehungen frustriert und von der Liebe enttäuscht sind. Ihre eigenen Versagens- und Minderwertigkeitsgefühle verkaufen sie anderen gerne als Realismus, und wer in Beziehungsangelegenheiten ihren Rat sucht, der kann sich seine Hoffnungen abschminken. Zwar wissen diese Menschen ganz genau, welche Bedingungen es braucht, um in Beziehungen bestehen zu können, und sie können selbst treue und loyale Partner sein, auf die insbesondere in schwierigen Zeiten Verlass ist.
Allerdings laufen sie Gefahr, unbewusst eine Gegenleistung für das zu erwarten, was sie anderen geben. Leicht ist mit diesen Menschen nicht in Kontakt zu kommen, gilt es doch, ihr Misstrauen und die damit verbundene Reserviertheit und Distanz zu überwinden. Manche von ihnen geben sich allerdings betont distanzlos, um ihre Kontaktscheu und Befangenheit zu überspielen. Im Allgemeinen dauert es lange, bis sie ihre tief im Innern verborgene Angst überwinden, von anderen abgewiesen zu werden und sich ihren Partnern wirklich anvertrauen. Einmal gebunden, geben diese Menschen so schnell nicht wieder auf. Mit ihrer Frustrationsbereitschaft und ihrem Durchhaltevermögen gelingt es ihnen, ernste und aufrechte Beziehungen zu leben und später irgendwann zur wahren Meisterschaft in ihren Partnerschaften zu gelangen. Bis es allerdings soweit ist, werden sie ihre Beziehungen nicht selten als Bürde und Last empfinden und für ihr Unglück jeweils den anderen verantwortlich machen.
»Sie haben leicht reden, mein lieber Besserweiß. Sie müssen ja nicht jeden Tag mit diesem Mann leben, den ich unglücklicherweise geheiratet habe.«
»Niemand zwingt Sie dazu.«
»Ich bin doch keine von denen, die einfach davonläuft, wenn es mal schwierig wird!«
»Ach, ja? War es denn mal leicht und schön?«
»Ja, aber das ist lange her.«
»Wie lange?«
»Das war kurz vor der Hochzeit, vor 25 Jahren.«
»Und seit wann ist es schwierig?«
»Na ja, kurz danach fing es eigentlich an.«
»Dann wäre es in der Tat etwas voreilig, jetzt schon wegzulaufen.«
»Das hätte mein Mann auch gar nicht verdient.«
»Ja, und Sie auch nicht.« 
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