ZEITQUALITÄT
September und Oktober 2000
KAMPF DER ÜBERZEUGUNGEN

Um es gleich vorweg zu sagen,
die wüsteste Deutung zur alles bestimmenden Jupiter-Pluto-Opposition dieses
Herbstes lautet: Kreuzritter, Moralapostel und Wachstumsideologen aller
Länder bekämpft Euch! Es kann nur Einen geben, der Recht hat! Fragt
sich nur, wer das sein könnte, und genau darum werden sich die
Auseinandersetzungen in den kommenden Monaten drehen.
Jupiter und Pluto
befinden sich den ganzen September und Oktober über innerhalb eines Orbis
von 1 Grad in Opposition zueinander (exakt am 4. September und 13. Oktober). Auf der
Zwillinge/Schütze-Achse bedeutet dies, dass derjenige die Macht und Sagen
hat, der über die richtigen Informationen und das entsprechende Wissen
verfügt. Doch Wissen alleine reicht jetzt nicht aus, es geht um
Informationen, die wirklich bedeutsam und relevant sind. Und genau darüber
dürften sich in den kommenden Wochen heftige Machtkonflikte
entzünden.
WEITERBILDUNGSEUPHORIE

Wem es auf einer
persönlichen Ebene gelingt, alte Überzeugungen und Glaubenssysteme
hinter sich zu lassen, dem stehen neuen Möglichkeiten und vielfältige
Optionen zur Erweiterung des eigenen Horizonts offen. Auch wenn Jupiter in
Zwillinge eine wahre Aus- und Weiterbildungseuphorie auslösen könnte,
so gilt es mit Pluto in Schütze dennoch zu fragen, welchen Zielen das so
erworbene Wissen dienen soll und kann. Wissen wird in den kommenden Monaten vor
allem auch zu einer moralischen Frage werden. Ein Bereich, wo dieser Konflikt
offen zu Tage tritt, ist z.B. die Gentechnologie. Man darf auf die
diesbezüglichen Diskussionen und Auseinandersetzungen in diesem
Herbst gespannt sein.
INNEHALTEN

Da sowohl Saturn (ab dem 12. September)
als auch Jupiter (ab dem 29. September) für den Rest des
Jahres rückläufig werden, geraten alle Prozesse, die mit dem
Generationswechsel im Frühjahr (Jupiter-Saturn-Konjunktion am 28. Mai)
ihren Anfang genommen haben, nun in einen Reflektions- und
Verarbeitungsprozess. Die allgemeine Entwicklung verlangsamt sich, und so manche
Hoffnung (Jupiter) dürfte nun von der Realität (Saturn) eingeholt
werden. Da Saturn nochmals von Zwillinge in Stier zurückkehrt, gilt es
sowohl unser Wissen und unsere Erfahrungen als auch unsere Wertvorstellungen
zu reflektieren und neu zu bewerten.
JEDER IST EIN AUSLÄNDER - ÜBERALL

Da sich Chiron weiterhin in Konjunktion mit Pluto bewegt,
dürfte der Kampf der Überzeugungen auch alte Wunden berühren, die
sich um Themen wie Migration, Vertreibung und Fremdenhass drehen.
Weltanschaulich und religiös gefärbte Konflikte bedürfen diesen
Herbst tief greifender und wahrhaftiger Wandlungsprozesse und Lösungen,
sollen sie nicht als unkontrollierbare Brandherde zu neuen Wunden und
Verletzungen führen.
Chiron/Pluto zeigt an, das Selbstheilungsprozesse
nur möglich sind, wenn alle Beteiligten sich gerade angesichts aller
bislang passierten Verletzungen und Verwundungen die Hand reichen, statt diese
als Rechtfertigung für neuen Hass und neue Gewalt zu missbrauchen.
LUST UND LIEBE

Wenn Mars am 17. September von Löwe in Jungfrau wechselt,
ist die Zeit der mit Goldkettchen behangenen Möchtergernhelden erst
einmal vorbei. Wer die Chance, beherzt zuzugreifen (Löwe-Mars)
verpasst hat, der darf jetzt den Liebesdiener (Jungfrau-Mars) spielen und sich
um die Details kümmern, während Venus in Waage (bis zum 24. September)
dafür sorgt, das in Liebesangelegenheiten so gut wie kaum Entscheidungen
fallen und bloß kein Vernissagetermin ausgelassen wird.
Erst mit Venus
in Skorpion (vom 24. September bis 19. Oktober) dürfte es dann zur
Sache gehen, allerdings mit Leidenschaft. Ein Venus-Mars-Sextil sorgt am 2.
Oktober dafür, dass Männer und Frauen sich nicht gleich in den Haaren
liegen, wenn selbige mal wieder den Badewannenabfluss verstopfen. Doch da Mars
am 4. Oktober ins Quadrat zur Jupiter-Pluto-Opposition läuft, sind Streit
und Auseinandersetzungen darüber, wer Recht und damit das Sagen hat, auch
in Beziehungen nahezu unvermeidlich.
Ende Oktober läuft dann auch Venus
in die Jupiter-Pluto-Opposition hinein. Die Frage nach der richtigen Moral
bleibt somit auch in der Liebe Thema. Eine gute Gelegenheit, alte Konzepte und
Vorstellungen von der »richtigen« Liebe und
der »richtigen« Beziehung über Bord zu werfen und neue Ideen zu
diskutieren und auszuprobieren. Venus in Schütze (ab dem 19. Oktober) ist
sicherlich für alles zu begeistern, was den (Liebes-)Horizont erweitert und
zu neuen Ufern führt - sofern es wahrhaftig ist und Tiefgang hat
(Venus-Pluto-Konjunktion am 28. Oktober).
NEU- UND VOLLMONDE

Zu Vollmond
am 13. September ist Unterscheidungsvermögen gefragt, damit die
seelische Verschmelzungssehnsucht (Fische-Mond) nicht in chaotische
Zustände führt. Es gilt sich gut zu überlegen, wem man sich heute
innerlich nahe und verbunden fühlen möchte. Man muss sich ja nicht
gleich jedem an den Hals werfen, der jetzt einen ordentlichen Eindruck macht.
Und bloß nicht die Weinflaschen neben die Reinigungsmittel stellen -
das könnte zu unliebsamen Verwechslungen führen.
Zu Neumond in
Waage am 27. September darf hemmungslos Süßholz geraspelt werden. Es
gilt seinen Charme spielen zu lassen, damit Beziehungen wieder ins Gleichgewicht
kommen. Was zählt ist das, was die Partner erwarten, was nicht heißt,
dass man sein diplomatisches Geschick bis zur Selbstverleugnung ausreizen
sollte. Doch wer zuerst Farbe bekennt, der hat zu diesem Neumond leider
verloren.
Zu Vollmond am 13. Oktober lautet das Motto: Wer zuerst
zuschlägt, wird am gerechtesten bestraft... vielleicht auch belohnt, so
genau lässt sich dies nicht entscheiden, meint zumindest die
Waage-Sonne.
Zu Neumond in Skorpion am 27. Oktober legt Neptun seinen
Schleier über Sonne und Mond. Um in den Tiefen der Seele zu wühlen
bedarf es daher einer guten Portion Mitgefühl und
Einfühlungsvermögen, andernfalls könnte die Seelenreise im
Nirvana enden.
Markus Jehle