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Planeten-Rätsel

Von und mit Dr. Gotthelf Besserweiß

Aus dem Tagebuch eines Beraters
Es gibt Menschen, die stehen allem, was sie lieben, innerlich sehr nahe. Am
liebsten würden sie jeden, den sie lieben und attraktiv finden, nach Strich
und Faden verwöhnen. Und es besteht kein Zweifel daran, dass viele
Astrologinnen und Astrologen sich ihre Planetenkonstellation aus ganzer Seele
wünschen würden. Die Schönheit dieser Menschen hängt eng
mit den Gefühlen zusammen, die sie so gerne für sich und andere
empfinden. Obwohl sie kaum umhin kommen, jeden zu bemuttern, den sie
liebenswert finden, verfügen sie über eine Charme, der unmittelbar
frühe und durchaus angenehme Kindheitserinnerungen weckt und
Gefühle von Geborgenheit und Umsorgtwerden wachruft. Da diese Menschen in
Liebesdingen auf ihr Gefühl vertrauen, fällt es ihnen leicht, aus
jeder Liebesaffäre ein Mutter-Kind-Verhältnis zu machen, bei dem
die Windeln stets zur richtigen Zeit am richtigen Ort zum Einsatz
kommen. Liebe ist für diese Menschen eine Frage der Fürsorge
für andere, und sie sind von dem Bedürfnis erfüllt, anderen
das Leben so angenehm wie möglich zu machen. Damit sie sich in Beziehungen
seelisch öffnen und hingeben können, brauchen sie das Gefühl,
voll und ganz geliebt d.h. gebraucht zu werden. Alles, was nährend und
unterstützend ist, wird von diesen Menschen sofort erotisch vereinnahmt,
wodurch verständlich wird, dass die Beziehung zu ihrer Mutter zugleich
die größte Liebe ihres Lebens ist. Es fällt ihnen sehr schwer,
Bedürfnisbefriedigung nicht mit Liebe gleich zu setzen, und wer ihnen
im richtigen Moment das Taschentuch reicht, den schließen sie
für immer in ihr Herz. Diese Menschen haben ein Talent, alles zu lieben,
was ihnen seelisch nahe kommt, und wem es gelingt, ihre Gefühle
anzusprechen, der wird mit ihnen die schönsten Stunden seines
Lebens verbringen können. Sie lieben es, ihre Gefühle und
Bedürfnisse in Harmonie und Einklang mit sich und anderen zu leben und sich
im Schoß der Liebe geborgen und zu Hause zu fühlen. »Mein
lieber Dr. Besserweiß, Sie wollen doch nicht behaupten, dass
jede große Liebe meines Lebens Ähnlichkeiten zu meiner Mutter
aufweist?« »Na ja, wir sehnen uns doch alle nach dem Schoß,
aus dem wir einst entsprungen sind, oder?« »Das klingt so, als
würden Sie jede Liebe mit Inzest
gleichsetzen.« »Nein, natürlich nicht, aber könnten Sie
mir vielleicht den Unterschied zwischen beidem
erklären?« »Wieso gerade ich?« »Das ist eine
gute Frage, deren Beantwortung Ihnen sicherlich helfen wird, die unbewussten
Motive zu verstehen, die Sie immer wieder in die Arme anderer
treiben.« »Das sagen Sie jetzt doch nur, weil ich Ihnen zu nahe
gekommen bin.« »Tatsächlich? Ich dachte, Sie
wüßten, wie sehr ich Sie mag.«


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