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Planeten-Rätsel

Dr. Besserweiß

Von und mit Dr. Gotthelf Besserweiß

Aus dem Tagebuch eines Beraters

Es gibt Menschen, denen scheint ein Schatten auf der Seele zu lasten, fast so, als wären sie schuldig geboren. Sie strahlen eine emotionale Ernsthaftigkeit aus, die nicht selten an Niedergeschlagenheit oder gar Depression grenzt. Wer es gut mit ihnen meint, der bezeichnet sie als melancholisch, doch wessen Seele leicht wie eine Feder ist, der fühlt sich schnell von ihnen »heruntergezogen«.
Manche dieser Menschen wirken emotional nur schwer zugänglich oder gar verschlossen, und es ist oft die Angst vor emotionaler Verletzung oder Zurückweisung, die bei ihnen zu einer deutlichen spürbaren seelischen Verhärtung geführt hat.
Doch wenn sie es lernen, zu ihren Gefühlen und Stimmungen zu stehen und beim Eingehen von Nähe Grenzen zu wahren, dann können sie selbst die Bedingungen dafür schaffen, sich geborgen und beschützt zu fühlen. Anderen die Schuld für das eigene Befinden zu geben, hilft ihnen ebenso wenig weiter wie ihre oftmals verzweifelten Versuche, die eigene Bedürftigkeit zu leugnen und sich betont autonom und »erwachsen« zu geben. Jeder, der etwas Einfühlungsvermögen besitzt, spürt sofort das ängstliche und verschüchterte innere Kind, das sich hinter einem solchen Verhalten verbirgt und das sich so sehr nach Nähe und Geborgenheit sehnt.
Meist verfügen diese Menschen über eine enorme seelische Belastbarkeit. Gerade wenn es schwierig wird, ist auf ihre emotionale Unterstützung Verlass. Sie können eine Menge Frust und Zurückweisung ertragen, doch wen sie sich seelisch vertraut gemacht haben, der darf sich den damit verbundenen Verpflichtungen nicht ohne weiteres wieder entziehen.
Gegenüber ihren Kindern haben diese Menschen oft das Gefühl, nicht zu genügen oder gar zu versagen. Es fällt ihnen schwer, gelassen und ungezwungen mit ihnen umzugehen. Manche verbergen ihre innere Unsicherheit hinter einer äusserlichen Strenge, Härte oder Kälte, die ihre tief sitzenden Unzulänglichkeitsgefühle nur um so deutlicher zutage treten lässt. Wenn es ihnen jedoch gelingt, ihre Schuldgefühle und Versagensängste zu überwinden, dann können sie ihren Kindern reife und verantwortungsbewusste Eltern und verlässliche Seelengefährten sein.
Die wohl schwierigste Aufgabe dieser Menschen besteht darin, in sich selbst jene Geborgenheit zu finden, nach der sie bei anderen oftmals so vergeblich suchen. Je mehr sie lernen, sich um die Erfüllung ihrer Bedürfnisse eigenverantwortlich zu kümmern, um so beschützter und geborgener werden sie sich fühlen. Gelingt dies nicht, bleiben sie selbst wie ein Fass ohne Boden, in dem jede Form von seelischer und emotionaler Anteilnahme versinkt, ohne auf nennenswerte Resonanz zu stossen. Was andere als genug empfinden, wird ihnen dann nie genügen.
»Wäre es nicht langsam an der Zeit, dass Sie sich mit Ihrer Mutter aussöhnen?«
»Mein lieber Besserweiss, diese Frau hat mich am ausgestreckten Arm verhungern lassen und ich bin froh, dass sie seit zehn Jahren tot ist.«
»Aber merken Sie denn nicht, wie lebendig sie noch in Ihnen ist und wie sehr sie bis heute Ihr emotionales Erleben prägt?«
»Ach hören Sie doch auf mit Ihrem psychoanalytisch gefärbten frühkindlichen Schwachsinn. Jeder hat sein Päckchen zu tragen und niemand sollte so naiv sein, innerhalb seiner Familie nach dem Paradies zu suchen.«
»Wie lange ist es eigentlich her, dass Sie etwas von Ihren eigenen Kindern gehört haben?«
»Verschonen Sie mich bitte damit. Ich war ihnen stets eine gute Mutter, und Undank ist nun mal der Welten Lohn.«
»Sie können einem wirklich leid tun.« »Danke, das hat mir gerade noch gefehlt. Und jetzt, soll ich mich etwa aus dem Fenster stürzen?«
»Mir wäre es lieber, wenn Sie die Tür nehmen würden.« bul_r0.gif (851 Byte)

 

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Die Lösung des letzten Planeten-Rätsels lautete:
Mars - Pluto.


Hier gehts zum Rätsel der letzten Ausgabe

 

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Last Updated: 09.12.1999
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